GENESIS

Sie wird jedoch durch eine scharfe, floskelhafte Wendung (wörtlich aus der Fortspinnung des 1. Satzes) zum Schweigen gebracht.

Aus akustischem Morast erheben sich erste primitive musikalische Gebilde, die in einer sonoren Basslinie münden.

In eine Generalpause ertönt tiefes Stöhnen. Es sind -musikalisch-thematisch- die drei ersten Töne der Sonate, die bei Schubert durch eine Verzierung eher verspielt-melancholisch daherkommen, hier aber eine Art vorgeburtlichen Wehlaut anstimmen: Eine noch ungeformte Tonfolge will endlich thematische Gestalt annehmen!

Anfang der Sonate a-Moll von Franz Schubert

Fortspinnung, die bei Schubert in Takt 10 beginnt

Die Verkürzung des Motivs münzt Zuversicht in Frage um, auf die dann Schuberts Thema in der Originalgestalt am Klavier die Antwort geben würde.

Der ganze Vorgang wiederholt sich verkürzt; die abfallende Tonfolge nimmt jedoch jetzt fordernden Charakter an und wird dabei von den primitiven musikalischen Gebilden des Beginns unterstützt.

Die floskelhafte Wendung verliert zunehmend an Schärfe und macht so Platz für die zweite Hälfte des Themenkopfs, die hier in der Umkehrung erscheint, dadurch fanfarenartigen Charakter annimmt und Zuversicht verkündet.

Herbert Gietzen