Herbert Gietzen demonstrierte am „Don Juan“ ein ungezügeltes, oft rasendes Temperament und verwandelte sich mit den Berliner Philharmonikern bei Brahms’ 3. Sinfonie in einen ruhigen, elastischen Lyriker.
Frankfurter Allgemeine - H. H. Stuckenschmidt

In diesem Stück („Don Juan“), wo sich alles in den ersten Takten entscheidet, bot Herbert Gietzen einen atemberaubenden Trapezakt ohne Netz, der das aufregendste Erlebnis des Konzerts darstellte. Ich habe in den letzten Jahren kaum einmal die Tondichtung des jungen Strauss so neu, so authentisch im Überschwang gehört wie hier, wo das Programm fast naiv aus dem Enthusiasmus seiner Entstehung musiziert wurde.
Süddeutsche Zeitung - Norbert Miller

Zu einer bezwingenden Souveränität von natürlicher Selbstverständlichkeit kommt bei Gietzen eine Lockerheit und Elastizität der Bewegung, die ganz aus dem musikalischen Duktus hervorwächst. Die Gelöstheit der gestischen Gestaltung hat ein Maß erreicht, das ihm die Entfaltung raffinierter Klangvaleurs beim Prozess des Dirigierens ermöglicht.
Hannoversche Neue Presse - CH

Gietzen gewinnt das Publikum schon gleich durch seine fließenden, außerordentlich ästhetischen Dirigier-Bewegungen. Ihm zuzusehen, ist daher ein Genuss für sich. Gietzen ließ den an diesem Abend überhaupt vorbildlich homogenen Klang des Orchesters regelrecht „atmen“.
Rheinzeitung - Wolfang Eschmann

Applauditissimo il direttore Gietzen
Il Giorno

Eine musikalische Aufführung voll Vitalität, vor allem dank einem aufmerksamen und sachkundigen Maestro wie Herbert Gietzen, der dem Orchester einen persönlichen Klang aufzuprägen weiß.
La Nazione - Leonardo Pinzauti

Herbert Gietzen liefert eine dichte, hervorragend ausgewogene Interpretation.
Washington Post - Joseph McLellan

Für den erkrankten GMD sprang Herbert Gietzen ein und entfachte soviel mitreißende Italianità, dass ihm am Ende nicht nur das Publikum, sondern auch das –nur anfänglich etwas ungenau musizierende- Orchester und der prächtig singende Chor mehr als herzlich applaudierte.
Orpheus – Michael Arndt

Am Pult waltet Herbert Gietzen, ein eminent begabter Dirigent, der die Musik Tschaikowskys so leidenschaftlich interpretierte, wie es notwendig ist und doch keinen Klangbrei anrührte, sondern den Solostimmen große Entfaltungsmöglichkeiten gab.
Frankfurter Rundschau – Horst Köpke

Hörenswert, was Herbert Gietzen zuwege brachte, wie metierkundig er das Weltschmerzgemälde gegen Rührseligkeiten abgrenzte.
Opernwelt – Heinz Ludwig

Dieser gleichermaßen mit Technik und Feingefühl ausgestattete deutsche Dirigent brachte eine Vielfalt von überraschenden Aspekten in das kontrastreiche Programm ein. Aufhorchen ließ in der Tat die Kultur des flächigen, sonoren Piano-Klangs, der Schuberts „Unvollendete“ vom ersten Ton an prägte. Gietzen entlockte den Streichern eine Fülle von Schmelz und bewirkte beim gesamten Klangkörper eine außergewöhnliche dynamische Fexibiltät. Diese spezifische Feinsinnigkeit des Dirigenten für „Zwischenfarben“ kam besonders der „Delicatezza“ des Fauréschen Requiems zugute.
Il Piccolo – Gianni Gori

Besonders verbunden jedoch war Gietzen dem Requiem von Gabriel Fauré. Er fand für dieses Juwel französischer Kirchenmusik eine feingliedrig filigrane Fassung, wie sie für einen deutschen Kapellmeister nicht leicht zu erstellen ist.
Messagero Veneto – Danilo Soli

Ein Glücksfall war die orchestrale Begleitung, nein Zugabe und Unterstützung durch das von Herbert Gietzen geführte Orchester. Instrumentationsfarben hatten Nerv, harmonische Kühnheiten hatten Biss, motorische Elemente traten deutlich hervor. Das Orchester spielte mit breiter Dynamikskala, Gietzen koordinierte manisches Drängen äußerst kunstvoll mit ästhetisch-strukturierter Feinarbeit.
Opernwelt – Bernd Loebe

...überraschte eine hier so nur selten zu hörende weitgefächerte dynamische Palette. Dass es Gietzen überdies glänzend verstand, auf die Belange der Bühne zu reagieren, dramatisch aufpeitschende, aber nie plakative Akzente genau zu platzieren, spricht weiter für seinen ausgeprägten Bühneninstinkt.
Orpheus – Michael Arndt

 

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